Vor rund 40.000 Jahren begannen unsere Vorfahren im eiszeitlichen Europa kreativ zu werden und schuf
Im Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Bilder im Dunkeln“ ist am 16. September 2026 die Archäologin Dr. Sibylle Wolf von der Universität Tübingen im Deutschen Pferdemuseum zu Gast. In ihrem Vortrag „Zwischen Höhle und Mythos“ beschäftigt sie sich mit den ersten Bildwelten Europas und geht dabei vorwiegend auf die Höhlenkunst in Frankreich sowie die eiszeitlichen Figuren aus den Höhlen der Schwäbischen Alp ein.
Vor rund 40.000 Jahren begannen unsere Vorfahren im eiszeitlichen Europa kreativ zu werden und schufen mit unterschiedlichen Mitteln und Methoden Darstellungen von Tieren, Frauen sowie von Mischwesen aus Mensch- und Tier. In Ostfrankreich bemalten sie die Grotte Chauvet mit eindrucksvollen Szenen von Tieren in Bewegung, zunächst in schwarzer, später in roter Farbe. Aus den Höhlen der Schwäbischen Alb in Südwestdeutschland sind dutzende, perfekt geschnitzte Figuren aus Mammutelfenbein bekannt. In beiden Regionen stehen Tierdarstellungen im Vordergrund. In Bezug zu den Darstellungen stehen jedoch auch zahlreiche abstrakte Zeichen, deren Bedeutung bis heute Gegenstand intensiver archäologischer Forschung ist.
Dr. Sibylle Wolf ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ur- und Frühgeschichte und wissenschaftliche Koordinatorin des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen. Ihre Forschungsinteressen betreffen die gesamte Ur- und Frühgeschichte, vor allem aber die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Im Rahmen der experimentellen Archäologie beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit der Rekonstruktion des eiszeitlichen Alltags, wie z.B. der Herstellung und Nutzung von Werkzeugen und steinzeitlichen Geräten aus Mammutelfenbein, Knochen und Geweih sowie der Herstellung, Deutung und Bedeutung von Schmuck sowie eiszeitlicher Kunst. Seit 2023 leitet sie gemeinsam mit Prof. Dr. Nicholas J. Conrad die Ausgrabungen in der Höhle „Hohle Fels“, die zu den bedeutendsten Schauplätzen des Jungpaläolithikums in Mitteleuropa gehört.
In ihrem Vortrag im Deutschen Pferdemuseum beleuchtet sie das Selbstbewusstsein der altsteinzeitlichen Menschen, ihre Lebenswelt und die Mythen, die sich aufgrund der jahrzehntelangen Arbeit von Urgeschichtlern rekonstruieren lassen.
Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Einlass ist ab 18.00 Uhr. Der Eintrittspreis zur Veranstaltung beinhaltet auch den Eintritt ins Museum und die aktuelle Sonderausstellung.
Eintrittspreise (inklusive Museumseintritt):
Abendkasse:
12 € pro Person
8 € pro Person für DPM-Mitglieder und Mitglieder des Pferdesport Deutschland Clubs
Sitzplatzreservierung empfohlen
unter Tel: 04231/807140