Das Schauspiel „Wem gehört das Land?“ verdichtet anhand eines Themas die großen Herausforderungen unserer Zeit: koloniales Erbe, Klimakrise und Finanzspekulationen. Immobilienspekulationen werden schon lange diskutiert, aber die katastrophalen Auswirkungen des Handels mit landwirtschaftlichen Flächen sind bislang eher Nischenthema. Wälder werden gerodet, landwirtschaftliche Kleinbetriebe durch industrielle Monokulturen ersetzt, um in neokolonialen Strukturen Produkte für den globalen Norden herzustellen. Auch in Deutschland wird auf den Wertzuwachs von Äckern gewettet.
Mit Ruth Marie Kröger, Jonas Anders und Günter Schaupp
umbreit Entertainment, Hamburg
In Vorbereitung: Anschließend an die Aufführung soll - nach einer Erfrischungspause - ein Publikumsgespräch stattfinden. Mit dabei unter anderem der Regisseur des Stücks Helge Schmidt. Information folgt.
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Ackerland wird weltweit von Investoren gehandelt, um Renditen zu erzielen. Auch in Deutschland wird längst auf Land gewettet; So gehören etwa den ALDI-Erben gigantische Anbaugebiete in Ostdeutschland. Die investigative Stückentwicklung widmet sich der Spekulation mit Agrarflächen und dem Phänomen des „Land Grabbing“ in Europa und dem globalen Süden. Und auch den damit verbundenen klimapolitischen wie gesellschaftlichen Folgen.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden im globalen Süden landwirtschaftliche Flächen in der Größe Westeuropas von Investoren aufgekauft. Wälder werden gerodet, Kleinbetriebe durch industrielle Monokulturen ersetzt, um in neokolonialen Strukturen Produkte für die Nordhalbkugel herzustellen. Die Geldanlage „Land“ ist profitabler als Immobilien, verspricht durch die Klimakrise, die sie selbst verstärkt, steigende Margen und profitiert von den EU-Subventionen für Großbetriebe.
Basierend auf Interviews mit NGOs, Landwirt:innen und politischen Akteur:innen verdichten Helge Schmidt und Team entlang der titelgebenden Frage „Wem gehört das Land?“ die großen Herausforderungen unserer Zeit – koloniales Erbe, Klimakrise und Finanzspekulation – zu einer Suche nach neuen Gesellschaftsmodellen. Wie lässt sich die Landwirtschaft ökologisch umbauen? Wie stellt man Rechtssicherheit für Kleinbauern im globalen Süden her? Wie verhindert man Finanzprodukte, die zum Nachteil einer großen Mehrheit der Menschen wirken?